Gedichtwettbewerb

Die Andrea von Braun Stiftung unterstützte im Rahmen des Euroscience Open Forums ESOF 2006 vom 15. bis 19. Juli 2006 in München einen Gedichtwettbewerb.

Die Teilnehmer konnten zwischen 3 Sprachen wählen - Englisch, Französisch, Deutsch. Es gab für jede Sprache eine eigene Jury, die das jeweils beste Gedicht auswählte. Für die Gewinner überreichte die Andrea von Braun Stiftung einen jeweils mit 300 Euro dotierten Preis:

Englisch

Prof. Stevan Harnad

Moderator, American Scientist Open Access Forum Canada Research Chair in Cognitive Sciences, Université du Québec ŕ Montréal and
Professor, Electronics and Computer Science, University of Southampton
harnad(at)ecs.soton.ac.uk

Publish or Perish

As Science is mere structured common sense,
her means but trial-and-error made intense,
the only virtue setting her apart,
and raising her above (some think) mere Art,
Is her convergence ever on consensus:
collective, self-corrective her defenses.
A flagellant, she boldly does defy
Reality her schemes to falsify.

And yet this noble jousting were in vain,
and all this pain would yield no grain of gain
if Science were content, a shrinking violet,
her works from all the world e'er to keep private.
Instead, performance public and artistic,
restraining all propensities autistic,
perhaps less out of error-making dread,
than banal need to earn her daily bread.

For showbiz being what it is today,
work's not enough, you've got to make it pay.
What ratings, sweeps and polls count for our actors,
no less than our elected benefactors,
for Science the commensurate equation
is not just publication but citation.
The more your work is accessed, read and used,
the higher then is reckoned its just dues.
Sounds crass, but there may be some consolation,
where there's still some residual motivation
to make a difference, not just make a fee:
the World Wide Web at last can make Science free.

Französisch

Stéphanie Beauloye

COST Office Administrative Officer for the Domain Materials, Physics and Nanosciences
sbeauloye(at)cost.esf.org

La science a Munich Avec ESOF, elle est unique.
Chimie, biologie,
Chacun y retrouve LA vie,
L'environnement ou nous revons,
Ou nous évoluons

Et ou nous espérons

Que nous soyons ions, protons ou neutrons.

La chimie verte, sans heurts

Nous permet d'etre acteurs

D'un monde meilleur.

Que chaque atome

Soit le reflet de notre respect

Dans tous ses aspects.

Deutsch

Elke und Dr. Henner Wessel

Fraunhofer Institut, Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen, Euskirchen
henner-wessel(at)web.de

"Also lautet ein Beschluss,
dass der Mensch was lernen muss."
Hat schon Wilhelm Busch beschrieben,
und bis heut´ ist´s so geblieben.

Dass dies mit Verstand geschieht,
man in München itzo sieht.
Hier, noch spät bis in die Nacht,
wird jetzt Wissenschaft gemacht.

Denn es müsste doch gelingen,
Hinz und Kunz dazu zu bringen,
dadurch was dazu zu lernen,
gar für Wissenschaft zu schwärmen.

Das Lernen ist wie ehedem,
den meisten meistens unbequem.
Ganz gewiss wär´s doch gelacht,
wenn Vorbild nicht auch Schule macht.

Wenn man hier so manchen sieht,
wie er großen Geist versprüht,
muss doch jeder müde Kopf
zu sich sagen: sei kein Tropf.

Frisch gewagt ist halb gewonnen,
schnell ein Studium aufgenommen
und gelernt mit großem Fleiß,
bis man endlich alles weiß.

Doch dann, grad durch diesen Fleiß,
weiß man, dass man gar nichts weiß.

Spezielle Auszeichnung

Felix Swiatek, 13 J.
Schüler der 7. Klasse des Städtischen Rurtal-Gymnasiums Düren
f.swiatek(at)gmx.de

In München war ich gestern das erste Mal.
Wir waren auf der ESOF, irgendwie klar.

Stände gucken, Sachen machen,
ich dachte, wir lassens richtig krachen.

Doch mein erster Eindruck war nicht so gut.
Zum Glück gab's etwas, das machte mir Mut.

Andere Kinder gab's hier und Internet,
das machte das schlechte Essen wieder wett.

Das Riesen-Pendel war der Hit,
gab mir persönlich voll den Kick.

Und das Teil daneben ja
fand ich echt wunderbar.

Der Abend wurde ziemlich lang,
mein Vater redet, bis er nicht mehr kann.

Dann wollten wir nach Hause gehn,
und ein bisschen Fernsehn sehn.

Jetzt sitz ich ganz alleine hier,
und erhoffe 300 Euro mir.

Jetzt ist es fünf, ich kratz mich am Kinn,
was mach' ich mit dem Geld nur, wenn ich gewinn?

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