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| Dissertation

Rapresent what? Zur Inszenierung von Authentizität, Ethnizität und sozialer Differenz im amerikanischen Rap-Video

Marc Dietrich


HipHop kann in seiner circa 30 Jahre andauernden Karriere zweifelsohne als eine der  einflussreichsten Jugendkulturen weltweit betrachtet werden: Längst sind Rap, Breakdance, Graffiti und DJing als glokalisierte Phänomene von Deutschland bis Japan zu beobachten. Die einstige „Ghetto-Kultur“ aus der South Bronx, New York ist darüber hinaus in die Mainstream-Kultur eingedrungen und besetzt dort den Entertainmentsektor (Filme, Magazine und Videospiele), die Mode (Modelabels mit Kosmetiklinien und internationalem Aktionsradius), die Politik (Präsidentschafts-Wahlkampf in den USA) und den Sport (die „großen“ amerikanischen Sportarten) nachhaltig.
Insbesondere über das Internet (Videoclips) gelangen im Zuge dieser Expansion bestimmte Identitäts- und Genderbilder in die globale Zirkulation, wo sie idealtypische Vorlagen für Jugendliche und Erwachsene werden. Damit ist HipHop eine Kultur die verschiedensten Inhalten eine ästhetische Plattform bietet und einzigartige Ausdrucksangebote in Gesang (Rap), Musikproduktion (Producing, DJing), Tanz (Breakdance) und Malerei (Graffiti) bereithält. Verhandelt werden insbesondere politische Themen sowie kulturelle Identitätsfindungsprozesse (Rap als Versuch afroamerikanische Identität zu rekonstruieren etwa). Wer sich also für die politische und kulturelle Befindlichkeit von Jugendlichen und Menschen aus ganz verschiedenen Milieus und ethnischen Hintergründen interessiert, findet im HipHop durchaus so etwas wie einen „Seismographen“.