Andrea von Braun Stiftung
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| Dissertation

Die soziale Konstruktion von Gleichförmigkeit – der Primat der Wirtschaft als dominante kognitive Institution

Edigna Piyajari Kessel


Inwiefern nimmt die Wirtschaft in einer kapitalistischen Gesellschaft wie unserer Einfluss auf das Denken und Handeln der Gesellschaftsmitglieder? Spielt sie ein Rolle bei der Ausbildung von kognitiven Institutionen, also Denk- und Handlungsmustern, die so stabil sind, dass sie nicht mehr hinterfragt und sogar an die nächste Generation weitergegeben werden? Dies sind Fragen in denen in dieser Dissertation nachgegangen wurde. Dieses für die Wirtschaftswissenschaften eher ungewöhnliche Thema wurde und musste interdisziplinär beleuchtet werden, da es die weitreichenden Verknüpfungen der Wirtschaft mit anderen Sphären der Gesellschaft und letztlich mit dem Menschen als soziales Wesen selbst thematisiert. Zu diesem Zweck wurde der Begriff der kognitiven Institution, der aus der Organisationstheorie entnommen wurde, in den Mittelpunkt gestellt und aus den Blickwinkeln der philosophischen Anthropologie, der Kulturwissenschaften sowie der Neurowissenschaften betrachtet. Ergänzend dazu wurde auch die Rolle der Wirtschaft und ihr Einfluss auf die Ausgestaltung der Gesellschaft und damit Ihrer (kognitiven) Institutionen geschichtlich, vor allem aus der Perspektive von Max Weber, beleuchtet. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden für die Wirtschaft aufbereitet und mögliche Ansatzpunkte für Veränderung aufgezeigt.