Andrea von Braun Stiftung
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| Post-doc Forschungsstipendium

Die literarischen Fundamente von Heisenbergs Unschärferelation

Dr. Yvonne Hütter


Das Forschungsprojekt, das an der Grenze von Literatur- und Naturwissenschaft angesiedelt ist, versucht Werner Heisenbergs Deutung der Quantentheorie als „Unschärfe“ – bzw. genauer: die Wahl der Metapher „Unschärfe“ – auf seine literarischen Vorlieben zurückzuführen, die bei Goethe und in der Frühromantik liegen. Das Projekt argumentiert also nicht mathematisch und inner-naturwissenschaftlich, sondern untersucht Heisenbergs Sprache, die, so die These, seine Theoriebildung beeinflusste. Warum wählt Heisenberg genau diese Metapher? Welche Bedeutungsebene wird dadurch besonders unterstrichen und was sind die Unterschiede zu Bohrs Interpretation als „Komplementarität“? Theorie entsteht nie im luftleeren Raum, sondern bezieht Inspiration aus den verschiedensten Quellen – im Falle Heisenbergs, so die These, kommt das Bild, das folgend seine Deutung der Quantentheorie formt, aus der Literatur.