Andrea von Braun Stiftung
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Schmuggler auf Nachfrage – Eine interdisziplinäre Erfahrung mit dem Placebo-Effekt

Leander Steinkopf


Wie kann Interdisziplinarität funktionieren? Hier werden zwei mögliche Voraussetzungen diskutiert, einerseits die Interdisziplinarität in einer Person, andererseits die tatsächlich als solche empfundenen Defizite eines Fach, die durch Denken und Wissen eines anderen Fachs gefüllt werden können. Interdisziplinarität in einer Person entsteht nicht durch Doppelstudium oder Offenheitsforderungen, sondern durch das selbstverständliche Verfolgen einer Frage, eines Themas über Fächergrenzen hinweg. Genauso geschieht fruchtbarer Austausch zwischen Fächern nicht durch verordnetes Beisammensitzen, sondern durch ein drängendes fachspezifisches Problem, das aus der Perspektive eines anderen Faches gelöst werden kann. Um das Problem im einen Fach zu kennen und die Lösung im anderen Fach aufzufinden, braucht es wiederum die Personen mit innerer Interdisziplinarität. Diese Wanderer zwischen den Disziplinen werden sich jedoch lange wie Scheiternde vorkommen, denn das System der Wissenschaft belohnt das Daheimbleiben.